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Warum Brandschutzvorgaben bei der Auswahl von Industrietoren wichtig sind

Brände zählen zu den größten Risiken in gewerblichen und industriellen Gebäuden. Ein unkontrollierter Brand kann nicht nur immense Sachwerte vernichten, sondern auch Menschenleben gefährden und Betriebsunterbrechungen verursachen. Der bauliche Brandschutz spielt daher eine zentrale Rolle – und gerade Industrietore sind in diesem Zusammenhang oft unterschätzte, aber sicherheitsrelevante Bauteile. Denn sie bilden Übergänge zwischen Brandabschnitten, Lagerbereichen oder Fluchtwegen. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl auf die Einhaltung geltender Vorschriften und Normen zu achten.

Rechtliche Grundlagen: Warum es verbindliche Vorschriften gibt

Der Gesetzgeber verpflichtet Betreiber und Bauherren, Gebäude so zu errichten, dass die Ausbreitung von Feuer und Rauch im Brandfall wirksam verhindert wird. Industrietore sind davon ausdrücklich betroffen. Klare Brandschutzanforderungen für Industrietore sind in der DIN EN 16034, den Landesbauordnungen oder dem Baurecht auf EU-Ebene definiert. Diese beinhalten unter anderem den Nachweis über Feuerwiderstand, Dichtheit, Funktionstüchtigkeit und die selbstständige Schließfunktion im Ernstfall.

Mit der Norm DIN EN 16034 wurde ein europaweiter Standard geschaffen, der feuer- und rauchhemmende Bauelemente regelt – darunter auch feuerbeständige Industrietore. Diese Norm ist seit 2019 verbindlich für Tore, die in Fluchtwegen oder als Brandabschnittstrennung eingesetzt werden. Industrietore, die diesen Standard erfüllen, erhalten die CE-Kennzeichnung – ein entscheidendes Kriterium bei der Produktauswahl.

Was feuerbeständige Industrietore leisten müssen

Feuerbeständige Industrietore übernehmen im Brandfall eine Schutzfunktion: Sie schließen automatisch und verhindern für eine bestimmte Zeit, dass Feuer und Rauch sich ausbreiten. Die gängigsten Feuerwiderstandsklassen für Industrietore sind EI30 und EI90. Die Zahl gibt dabei an, wie viele Minuten das Tor seine Schutzfunktion erfüllt.

E steht für Raumabschluss – also dafür, dass das Tor das Feuer zuverlässig zurückhält. I bezeichnet die Wärmedämmung: Das Tor verhindert, dass sich Hitze auf die nicht dem Feuer zugewandte Seite überträgt. Ein EI90-Industrietor bietet damit 90 Minuten effektiven Schutz – eine essenzielle Barriere, um Menschenleben zu retten und Sachschäden zu begrenzen.

Typische Einsatzbereiche feuerbeständiger Industrietore

Brandschutzanforderungen bei Industrietoren hängen stark von ihrer Einsatzumgebung ab. In großen Logistikhallen beispielsweise unterteilen EI90-Schiebetore den Raum in mehrere Brandabschnitte. In Tiefgaragen, Technikräumen oder zwischen Fertigungs- und Verwaltungsbereichen werden häufig EI30-Tore verbaut.

Feuerbeständige Industrietore müssen selbstschließend sein – meist per Federkraft oder elektrischer Steuerung – und dürfen im Normalbetrieb nicht blockiert sein. Auch Schlupftüren in solchen Toren unterliegen besonderen Anforderungen, etwa in Bezug auf Türschließer, Barrierefreiheit und Rauchdichtheit.

Normen und Prüfverfahren: DIN EN 16034 und mehr

Industrietore mit Brandschutzfunktion müssen nach DIN EN 16034 zertifiziert sein. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN 1634-1 – dabei wird das Tor unter kontrollierten Brandbedingungen getestet. Neben der Feuerbeständigkeit werden auch Dichtheit, Verformung, mechanische Festigkeit und die Beständigkeit gegenüber Rauchgasen bewertet.

Zusätzlich ist eine werkseigene Produktionskontrolle vorgeschrieben. Diese stellt sicher, dass alle Tore die geforderten Eigenschaften dauerhaft erfüllen. Nur dann erhält das Tor die CE-Kennzeichnung und darf im europäischen Binnenmarkt vertrieben und eingesetzt werden.

Warum die Einhaltung der Brandschutz-Vorschriften für Industrietore entscheidend ist

Die Bedeutung des Brandschutzes bei Industrietoren wird oft erst im Ernstfall sichtbar – dann aber mit voller Wucht. Dabei profitieren Unternehmen gleich mehrfach von der Einhaltung der Vorschriften:

  • Rechtssicherheit: Nur normkonforme Tore erfüllen die Anforderungen für Bauabnahmen und Brandschutzkonzepte.
  • Versicherungsschutz: Viele Versicherer verlangen explizit zertifizierte Brandschutzeinrichtungen, um im Schadensfall zu leisten.
  • Betriebliche Sicherheit: Der Schutz von Mitarbeitenden, Maschinen und Waren hat höchste Priorität – und Brandschutztore sind ein zentrales Element davon.
  • Wirtschaftlichkeit: Hochwertige, zertifizierte Tore bieten langfristige Investitionssicherheit und minimieren Folgekosten durch Ausfälle, Reparaturen oder Nachrüstungen.

Darüber hinaus profitieren Unternehmen auch organisatorisch: Die Einhaltung der Brandschutzanforderungen erleichtert interne Sicherheitskonzepte, vereinfacht Audits und reduziert Haftungsrisiken. Besonders in sensiblen Industrien – wie Pharma, Logistik, Lebensmittel oder Chemie – sind zertifizierte Brandschutztore längst Standard.

Sicherheit ist planbar – und Pflicht

Ein Industrietor ist mehr als nur ein Zugang oder eine Durchfahrt. Es ist ein sicherheitsrelevantes Element, das im Brandfall Leben retten und wirtschaftliche Schäden begrenzen kann. Die Bedeutung von Brandschutz-Industrietoren ist entsprechend hoch – und durch gesetzliche Vorschriften klar geregelt. Normen wie die DIN EN 16034 und Feuerwiderstandsklassen wie EI30 oder EI90 helfen, die richtige Auswahl zu treffen.

Wer auf feuerbeständige Industrietore mit entsprechender Zertifizierung setzt, schützt nicht nur Menschen und Sachwerte, sondern auch das eigene Unternehmen. Unsere Experten beraten Sie gern – sprechen Sie uns an, wenn Sie bei Ihrem nächsten Projekt auf zertifizierten Brandschutz setzen möchten.